Kloster-ABC

Statue des Franziskus in Mönchskutte vor gotischem Fenster mit Maßwerk am Antoniuskloster.
Buchstaben A neben einer Nahaufnahme eines Bleiglasfensters mit floralen Mustern.

Der heilige Antonius von Padua ist einer unserer franziskanischen Mitbrüder, noch zu Lebzeiten des heiligen Franziskus. Bitte nicht verwechseln mit dem Mönchsvater Antonius, der hat fast 1.000 Jahre eher gelebt.

Antonius von Padua ist kurz vor 1200 geboren, genau weiß man es nicht. Er trat erst bei den Augustinern ein, wurde dann aber Franziskaner. Ein superspannendes Leben, sogar noch nach seinem Tod. Denn traditionell wird er als Fürsprecher angerufen, wenn man etwas verloren hat, in der Hoffnung, dass man es dann wiederfindet. Das Irre: Oft funktioniert es …

Nach ihm wurde das Antoniuskloster benannt.

Steinerne Statue des Antonius mit Kind auf dem Arm an einer Fassade mit roten Ziegeln und zwei Fenstern mit weißen Rahmen.

Das Antoniuskloster in Lüdinghausen ist sozusagen die Zentrale unserer Provinz, also das Provinzhaus. Früher war dort auch das Noviziat. Heute ist es der Altersruhesitz unserer Schwestern und eine Kommunität. Da unsere Gemeinschaft gerade kleiner wird, haben wir schon große Teile dieses immer wieder veränderten Klosters abgegeben und sind in einem Prozess der Umstrukturierung.

Hier findest du regelmäßig aktuelle Nachrichten und Updates dazu:

Aktuelles

Backsteingebäude des Antoniusklosters mit gotischen Fenstern und Giebel, umgeben von Bäumen und Sträuchern.

Assisi ist der Geburtsort von Franziskus.

Mehr erfahren

Weitwinkelaufnahme der Stadt Assisi auf einem Hügel mit historischen Gebäuden und einer weiten, offenen Landschaft im Vordergrund.

Da leben wir zusammen und nennen uns Franziskanerinnen. Dass Franziskus die Armut wichtig war, das haben die meisten von uns irgendwann schon in der Schule gehört. Manchmal träumen wir von diesen Zeiten, in denen Armut so einfach schien, so unkompliziert und so konkret.

Da bleibt ein Stachel! Ein Stachel, der uns immer neu fragen lässt, was das ist, ein „einfacher Lebensstil“, nicht im Jahr 1215, sondern heute, hier, in Deutschland, einem reichen Land, in dem die Schere zwischen arm und reich doch immer mehr auseinandergeht. Wie steht es um unsere Gesellschaft und deren Wohl? Da bleibt ein Stachel, der uns fragen lässt: Was passt zu Franziskanerinnen? Da bleibt ein Stachel, der uns hilft, solidarisch zu empfinden und zu handeln – hoffentlich!

Hände einer älteren Person schälen einen Apfel mit einem kleinen Messer.
Buchstaben B neben dem Bild von einer Schwester in Habit auf einer Kirchenbank sitzend.

Von Franziskus sagen die Quellen, er habe nicht nur gebetet, sondern er sei selbst Gebet geworden. Und Catharina Damen, die Gründerin unserer Gemeinschaft, wird häufig mit Gebetbuch und Rosenkranz in der Hand dargestellt.

Beten ist das Herz unseres Ordenslebens. In vielen Formen, nicht nur der Messe. Gemeinsam beten wir das kirchliche Morgen- und Abendgebet, die sogenannten Laudes und die Vesper. Ansonsten betet jede Schwester an dem Ort, zu der Zeit und auf die Art, wie es ihrer persönlichen Beziehung zu Gott entspricht. Die Betrachtung der Heiligen Schrift und der betende Rückblick auf den Tag haben dabei eine besondere Bedeutung.

Manche von uns beten häufiger den Rosenkranz, einige den Kreuzweg. Es gibt Schwestern, die lieber wortlos vor Gott verharren, Schwestern die über nicht christliche Meditationsformen und Traditionen zu geistlicher Tiefe gefunden haben. Franziskus hätte wohl Freude an dieser Vielfalt, glauben wir. Denn auch er selbst hat auf sehr unterschiedliche Weisen gebetet. Und nicht alles ist für alle gut und nicht alles ist für jede jederzeit gut.

Gefaltete Hände einer sitzenden Person in betender Haltung.

Buße, das ist Umdenken, neu werden, sich abwenden von dem, was unfrei macht. Jesus beginnt sein öffentliches Leben mit der Einladung zur Buße. Das Unerhörte bei ihm ist die Reihenfolge.

Nicht mehr: Du musst umkehren, umdenken, damit Gott dir gnädig ist; sondern genau umgedreht: Gott ist dir gnädig, er liebt dich vorbehaltlos, er ist schon nahe und darum kannst du umkehren: Buße, Umkehr – das ist Geschenk ohne (Vor-) Leistung, umsonst!

Wer mehr dazu lesen möchte, dem sei das kleine Büchlein „Wachsen – über mich hinaus“ unserer Mitschwester Katharina Kluitmann empfohlen, im Buchhandel erhältlich.

Schwester in gestreiftem Pullover fährt Fahrrad vor der Überwasserkirche in Münster auf Kopfsteinpflaster.
Buchstabe C neben dem Bild einer Schwester, die singend mit geöffnetem Gesangbuch vor einem großen Bleiglasfenster steht.

„Catharina“ ist der Taufname unserer Gründerin. „Damen“ ihr Nachname. Als Ordensfrau hat sie den Namen „Schwester Magdalena“ angenommen, und da sie die erste Generaloberin unserer Gemeinschaft war, nannte man sie „Mutter Magdalena“, was die damals übliche Anrede für Oberinnen war. Diese Anrede ist für unsere Oberinnen schon lange nicht mehr üblich.

Bronzestatue von Catharina Damen mit Kapuze und erhobenen Händen, umgeben von weiteren Figuren.

In der Regel beten wir das kirchliche Stundengebet (Laudes und Vesper) in Gemeinschaft, abwechselnd, also in „Chören“, daher der Name Chorgebet.

Vier Schwestern, zwei in Habit gekleidet, stehen in einer Kapelle mit Gesangsbüchern in den Händen.
Buchstabe D neben dem Bild von zwei älteren Schwestern, die an einem Tisch sitzen und Äpfel schneiden.

Nachname von Catharina Damen.

Dialog war schon für Franziskus sehr wichtig. Als die Christen zum Kreuzzug gegen die Moslems auszogen, zog Franziskus mit – aber eben nicht, um zu kämpfen, sondern um mit dem Sultan zu reden. Zwar hat der Sultan sich nicht entschieden, Christ zu werden, aber er war doch so beeindruckt vom Zeugnis des Franziskus, dass er ihm ein Geschenk machte, das noch heute in Assisi zu bewundern ist – ganz zu schweigen davon, dass er ihn nicht ins Gefängnis gesteckt oder einen Kopf kürzer gemacht hat, was eigentlich zu erwarten gewesen wäre.

Wir heute versuchen, in dieser Tradition zu leben: Dialog mit den anderen Konfessionen, Kirchen, Religionen, Dialog über Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung, mit Menschen, die vielleicht andere religiöse oder politische Einstellungen haben, mit denen wir aber in bestimmten Bereichen gut und gern zusammenarbeiten.

Zwei Schwestern stehen sich lächelnd vor der Überwasserkirche gegenüber.

Buchstabe E neben dem Bild von einer Schwester, die in der Kapelle des Antoniusklosters vor einem Kruzifix an der Wand kniet.

„Zölibat“, ein Wort, das die Zeitungen meist im Zusammenhang mit Skandalen benutzen. „Keuschheit“, „Jungfräulichkeit“, „Ehelosigkeit“, alles Negativbestimmungen? Definieren wir uns über etwas, was wir nicht tun? Das kann doch nicht!

Nein, das ist es auch nicht. Das wirklich passende Wort fehlt, denn „Zölibat“ und die anderen Begriffe geben jeweils nur einen Teilaspekt wieder. Was sie eigentlich meinen, ist, dass Gott so groß ist, dass er ein Menschenherz ausfüllen kann, Gott allein genügt. Das kann man erfahren, vielleicht auch jemandem glauben, der etwas ausstrahlt von diesem Glück, Gott zu lieben und von ihm geliebt zu werden.

Bereden lässt sich das nicht. Beschreiben auch nicht. So ist das mit der Liebe. Oder können Sie die Liebe zu Ihrer Ehefrau oder zu Ihrem Freund „erklären“? Freundschaft mit Gott – nicht als asexuelles Wesen, sondern als Frau, mit dem, was mich prägt, auch gefühlsmäßig, auch körperlich. Ehe-los, nicht Liebe-los. Ganz im Gegenteil. Gerade so offen für die Menschen. Josef Bill sagte „Ehelos zu leben ist eine menschliche Art zu leben, wenn es eine christliche Art zu lieben ist“. Und am besten sagt man es in Poesie:

„Nicht sich verstecken
vor den Dingen der Zeit
in der Liebe.
Aber auch nicht
vor der Liebe
in den Dingen der Zeit“.

Erich Fried
Ikone mit zwei Heiligenfiguren mit Heiligenscheinen, eine hält ein Buch, die andere eine Schriftrolle.

Evangelische Räte ist ein Sammelbegriff für Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Das Wort hat nichts damit zu tun, dass wir im konfessionellen Sinn „evangelisch“ wären, sind wir nicht, wir sind katholisch. Es meint, dass diese Räte aus dem Evangelium stammen. Es gibt, so die alte Theologie, aus der das Wort stammt, Gebote, die für alle Christenmenschen gelten und besondere Räte, die für die Ordensleute gelten sollen. In dem Wort Rat steckt eine höhere Freiwilligkeit. Das passt. Aber wir würden heute sagen, dass das, was spirituell in diesen drei Wegen der Lebensgestaltung steckt, für alle gilt, wenn auch in verschiedenen Formen. Darüber könnten wir gern ins Gespräch kommen.

Übrigens: Im traditionellen franziskanischen Habit kann man die drei Knoten auch auf die drei Evangelischen Räte beziehen, daher das Foto.

Drei Knoten an einem groben Seil, präsentiert auf einem Podest mit einem Schild 'Corda di S. Francesco'.

Exerzitien heißt einfach „Übungen“, gedacht ist an „Geistliche Übungen“. Und darunter versteht man dann meist eine längere Zeit der Besinnung. In unserer Gemeinschaft kann sich jede Schwester acht bis zehn Tage im Jahr dafür nehmen. Die Formen, die die einzelnen wählen (Gebet), sind sehr unterschiedlich, mit mehr oder weniger Schweigen, mit mehr oder weniger Vorträgen, mit mehr oder weniger Einzelgesprächen, mit mehr oder weniger Leibarbeit.

Porträt einer Schwester mit geschlossenen Augen vor unscharfem Hintergrund mit Fenstern.
Buchstabe F neben einer Nahaufnahme von Händen einer Schwester, die liturgische Gefäße auf einem Altar anordnet.

Lateinischer Begriff für Ordensausbildung.

Franziskus, Franz von Assisi, Francesco, was so viel bedeutet wie „kleines Französlein“. Eigentlich hieß er Johannes, Giovanni. Auf diesen Namen war er getauft. Aber sein Vater, ein tüchtiger Geschäftsmann, der Frankreich über alles liebte, hat den Namen einfach geändert, als er von einer Reise heimkam und den Neugeborenen sah.

Man sagt, Francesco habe die französische Lebensart gemocht, auch die Sprache. Gelegentlich habe er in ihr gesungen. Aber sonst hat er so ziemlich mit all dem gebrochen, was seinem Vater wichtig war: Geld, feine Kleidung, Ansehen, Einfluss. Die Auseinandersetzung mit seinem Vater führte zum Eklat: Francesco zog sich auf dem Marktplatz von Assisi splitternackt aus und gab seinem Vater alles bis aufs letzte Hemd zurück. Damit hatte er zu einer neuen Freiheit gefunden, in der er ganz neu sagen konnte „Vater unser im Himmel“. Und dann ging die Geschichte erst so richtig los …

Mehr erfahren

Holzgerahmtes Foto zeigt sitzenden Franziskus von Assisi in historischer Kleidung auf einem Feld mit Blick auf eine Stadt im Hintergrund.
Buchstabe G neben zwei Personen, die nebeneinander sitzen und singend akustische Gitarren spielen in der Kapelle des Antoniusklosters.

Seit 2024 hat sich eine Gruppe von Menschen gebildet, die sich als Gefährt*innen von Jesus, von Franziskus, von Catharina Damen und von uns Schwestern verstehen.

Mehr erfahren

Bronzeskulpturen mit mehreren stilisierten, eng beieinanderstehenden Figuren im Garten des Antoniusklosters.

Gehorsam gehört zu den drei evangelischen Räten, die wir in der Profess, also bei den Gelübden versprechen. Im Deutschen ist es ein gutes Wort, weil darin deutlich das „Hören“ enthalten ist. Darum geht es: Offen sein für die anderen, gehalten von der Beziehung zu Gott. Das heißt auch, verfügbar zu sein, bereit, der Not zu gehorchen, zu horchen, was sie uns sagt, hinzuhorchen, was Gott uns sagt: „Auf ihn sollt ihr hören“ (Lk 9,35). Manchmal kommt uns das entgegen, springt uns förmlich an. Aber manchmal müssen wir auch lange lauschen auf Gottes Wort, das leise, leicht zu überhörende.

Andere helfen hören, so vielleicht die „Oberin“, kein glücklicher Begriff. Franziskus nannte sie „Minister“ = Diener. Diener des Wortes sollten sie sein, Hörende. Nicht um ein Oben und Unten von Befehl und Gehorsam geht es, sondern um gemeinsames Hören, Horchen, Gehorchen. Vier Ohren hören mehr als zwei. Dialogischer Gehorsam.

Weiße Skulptur einer Person, die mit einer Hand ein Kreuz hält und die andere Hand zum Ohr hebt.

Versprechen, Gelübde, Profess … Worum es geht, ist dies: Irgendwann entscheiden wir uns für das Ordensleben, und zwar endgültig. Wir geloben in einem feierlichen Gottesdienst, an dem Familie, Freund*innen und Bekannte teilnehmen, in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam zu leben, „alle Tage unseres Lebens“ und „zusammen mit den Schwestern, die Gott mir gibt“ und das im Rahmen unserer Regel und der Konstitutionen.

Doch bis dahin ist es ein langer Weg.

Mehr erfahren

Buchstabe H neben dem Bild von einer Schwester von hinten schwarzem Habit vor einem Altar mit Kreuz und bunten Kirchenfenstern im Antoniuskloster.

Kleider machen Leute, heißt es. In unserer Provinz haben wir uns entschieden, dass es der einzelnen Schwester freigestellt ist, ob sie ein Ordenskleid (Habit) und einen Schleier trägt oder ob sie „in Zivil“ geht. Außerdem gibt es die Möglichkeit, schlichte Zivilkleidung in gedeckten Farben mit Schleier zu tragen. Alle Varianten werden praktiziert. Aber die Tendenz zum Tragen ziviler Kleidung ist sehr deutlich.

Als wir uns vor Jahren für diese Lösung entschieden, war klar, dass nicht das eine besser ist als das andere, dass jedes sein Für und Wider hat. Und so können wir gut damit leben, dass wir nicht alle die gleiche Kleidung tragen. Die, die mit Schleier auch äußerlich deutlich macht, dass sie Ordensfrau ist, und die, die zeigt, dass sie auch als Ordensfrau ein ganz normaler Mensch, eine ganz normale Frau ist, beide sind Zeuginnen eines Glaubens und Lebens, das größer ist als die Frage, ob der Schleier die Ordensfrau macht.

Rückansicht einer Schwester im schwarzen Habit zwischen zwei Schwestern vor einem Kruzifix an der Wand.

Heythuysen ist der Ort in den Niederlanden, an dem unsere Gemeinschaft von Catharina Damen gegründet wurde. Dort gibt es eine Kommunität unserer Schwestern, die allerdings hochbetagt ist. Momentan hilft eine unserer Schwestern, Sr. Katharina Kluitmann, dort als Oberin aus, um das letzte Wegstück mit den knapp 20 Schwestern zu gestalten.

Luftaufnahme der Kommunität in Heythuysen mit mehreren verbundenen Backsteingebäuden.
Buchstabe I neben dem Bild von einer Schwester mit grauem Haar und gestreiftem Pullover sitzt in einem Bett und bedient ein Smartphone.

Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Wie alle anderen Menschen müssen wir einen Weg finden, mit der Flut der Angebote und Möglichkeiten verantwortlich umzugehen. Und wie für alle anderen ist das auch für uns als Gemeinschaft und für jede einzelne eine Gratwanderung. Die beiden Gräben, in die wir fallen können, sind auf der einen Seite der unkritische Gebrauch der Medien und auf der anderen ein bequemer Verzicht auf jegliche Information.

Es geht um einen bewussten Umgang; denn wir müssen informiert sein, um unsere Verantwortung, auch die politische Verantwortung, wahrnehmen zu können. Und wir wollen unsere Stimme einbringen, auch in den Sozialen Medien. In Verantwortung.

Ein Mann mit Baseballkappe sitzt auf einem Rollator im Treppenhaus, eine Schwester steht ihm gegenüber, an den Wänden hängen mehrere Aushänge und Informationsblätter.

Ein Kunstwort, ein Eigenschaftswort. Zunehmend leben verschiedene Kongregation/Orden zusammen, beispielsweise im der Gasthaus-Kommunität in Recklinghausen. Das nennen wir dann inter-kongregational, also zwischen, bzw. mit verschiedenen Kongregationen.

Acht Personen sitzen um einen Holztisch, trinken aus Tassen und unterhalten.
Buchstabe J neben einem Bild eines Kopfsteinpflasterwegs zwischen den Gräbern verstorbener Schwestern auf dem Friedhof des Antoniusklosters, der zu einem steinernen Kreuz mit Jesusfigur führt.

Streichen Sie Jesus weg aus unserem Leben, dann können Sie das Ganze vergessen. ER ist das Zentrum, ER ist der Grund. Ohne Jesus hätte weder das Leben von Franziskus einen Sinn noch das von Catharina Damen. Ohne Jesus hätten wir den Ansprechpartner verloren, um den sich alles dreht.

Er ist der, zu dem wir beten, er ist der, auf den wir hören wollen (Gehorsam), er ist der, zu dem die Beziehung so eng ist, dass wir es wagen, ehelos zu leben, er ist der, dessen Armut wir nachahmen und dessen Spuren wir folgen wollen. Jesus ist für uns das Vorbild, aber er ist mehr, wir glauben, dass er lebt, ganz real, heute, ganz wirklich und lebendig, weil er nicht nur Mensch ist, sondern auch Gott und weil er gestorben und auferstanden ist.

Und so wenig wir ihn sehen, so glauben wir doch an ihn – und manchmal können wir ihn erfahren, mehr oder weniger deutlich, mehr oder weniger klar, aber manchmal passiert es …

Nahaufnahme einer weißen Jesusfigur am Kreuz mit ausgebreiteten Armen und Dornenkrone vor unscharfem Hintergrund.

Buchstabe K neben dem Bild des Backsteingebäudes des Antoniusklosters umgeben von Bäumen und Grünflächen bei sonnigem Wetter.

Sie hatte sehr bald verstanden, was Franziskus bewegte und begeisterte. Sie wurde seine erste Gefährtin und gründete den frühen weiblichen Zweig der franziskanischen Bewegung: die Klarissen (Regulierter dritter Ordern)

Mehr erfahren

Heiligendarstellung von Klara von Assisi mit Heiligenschein und Kreuz in der Hand, umgeben von mehreren kleinen Szenen.

So offen und gastfreundlich wir auch sein wollen, wir brauchen doch auch einen Bereich, in den wir uns zurückziehen können, einen privaten Bereich. Der wird in Klöstern Klausur genannt, der abgeschlossene Raum.

Holztreppe mit geschwungenem Geländer und gedrechselten Balustern im Antoniuskloster.

Ordensleben ist wesentlich Gemeinschaftsleben, in Gemeinschaft leben, wie unsere Professformel sagt: „Mit den Schwestern, die Gott mir gibt“. Das ist das Schöne! Das ist aber auch das Schwierige! Miteinander leben, nicht nur nebeneinander her. In letzter Zeit gibt es zunehmend (wieder!) kleine Konvente oder Kommunitäten: zwei, vier Schwestern, acht, je nachdem. Was der Unterschied ist zwischen Konvent und Kommunität? „Kommunität“ denkt mehr an die Menschen, die Schwestern dort. Konvent schließt auch das Haus bzw. die Wohnung mit ein. Aber ganz wasserdicht wird das bei uns nicht gebraucht. „Kloster“ benutzt man meist, wenn es größere Gebäude sind, die auch für diesen Zweck gebaut sind und dann eine entsprechende Architektur gibt. Aber riesige Klöster mit Kreuzgang und Ähnlichem, das ist nicht unsere Tradition. Das gibt es eher in monastischen Gemeinschaften.

Oft leben die Schwestern kleiner Kommunitäten denn auch in „ganz normalen“ Häusern, denen man das Kloster nicht ansieht, in Mietwohnungen, mitten unter anderen Menschen. Geschwisterlichkeit konkret, nicht nur mit den Mitschwestern, sondern auch mit der alten Frau von nebenan, mit dem Kind, das seine neuen Spielsachen zeigt und beim zufälligen Gespräch im Supermarkt.

Miteinander Gemeinschaft leben, vor Ort, in der Ordensprovinz und darüber hinaus, mit den etwa 1.500 Schwestern in 12 Ländern Nord- und Südamerikas, Asiens, Afrikas und Europas. Einheit in der Verschiedenheit, im Kleinen wie im Großen, das suchen wir, daran arbeiten wir. Das ist das Schöne! Das ist das Schwierige!

Eine Mitarbeiterin serviert Essen auf einen Teller, während mehrere Schwestern gemeinsam an einem Tisch sitzen und essen.

Buchstabe L neben dem Bild einer Schwester mit Rollator läuft im hellen Treppenhaus mit großen Fenstern und Holzdecke im Antoniuskloster.

Wenn wir, was einige von uns öfter tun, vom Ordensleben erzählen, dann kommt vor allem bei Jugendlichen garantiert nach einer gewissen „Probezeit“, in der unsere Glaubwürdigkeit geprüft wird, die Frage „und wenn du dich verliebst?“. Ja, was dann? Das kann man sicher nicht so generell beantworten, da muss jede ihre persönliche Antwort geben. Aber ein paar „Eckpflöcke“ gibt es schon: Wenn ich mich verliebe, dann ist es gut, wenn ich mir das wirklich bewusst mache.

Eine Haltung von „Dass-nicht-sein-kann-was-nicht-sein-darf“ ist sicher schädlich! Und wer sagt denn, dass ich mich nicht verlieben darf. Das kann vorkommen! Ich kann mich vielleicht sogar darüber freuen. Nur – ich muss mich dann entscheiden, was ich damit mache: Wenn ich Profess abgelegt und mich damit für ein Leben mit Jesus entschieden habe, dann kann ich diesem Gefühl der Verliebtheit nicht unbedacht nachgeben. Ich werde einen Weg suchen, damit gut umzugehen, im Gebet, im Gespräch mit jemandem, dem ich vertrauen kann, in der inneren Auseinandersetzung.

Es kann eine Liebe daraus erwachsen, die ihre Grenzen kennt und zur gegenseitigen Bereicherung wird. Hin und wieder führt ein Sich-Verlieben auch schon mal zu einem Austritt aus der Ordensgemeinschaft, aber das ist weit seltener der Fall, als man so gemeinhin annimmt.

Herzförmiges Kirchenfenster mit blauem Hintergrund und gold-weißen floralen Ornamenten im Antoniuskloster.
Buchstabe M neben einem Bild von einer Schwester an einer Nähmaschine, die ein Handtuch näht.

Dieser im Deutschen etwas merkwürdige Begriff ist eng mit der Grundidee des heiligen Franziskus verbunden. Die Gesellschaft zu Beginn des 13. Jahrhunderts war geprägt vom Unterschied zwischen den Maiores (den Adligen, Herrschenden, und zunehmend auch denen, die Geld hatten und damit die Macht) und den Minores (den Kleinen, Abhängigen und oft Ausgebeuteten).

Franziskus stammte aus dem aufstrebenden Geldadel. Freiwillig entschied er sich für die „Minores“, er wollte „minder“ sein, „klein“. So wollte er Jesus ähnlich werden. Noch heute spricht man von den Franziskanern als „Minderbrüdern“ oder „Minoriten“ (Regulierter Dritter Orden).

Auch wenn wir uns umgangssprachlich nicht „Minderschwestern“ nennen, so ist das Mindersein doch eine Grundhaltung, die unser Leben und unsere Entscheidungen prägt oder doch prägen sollte, beispielsweise auch wo wir entscheiden, welche Aufgaben uns gemäß sind und welche nicht.

Eine Schwester hält einen Behälter mit Zucker und schöpft mit einem Löffel Zucker in eine Tasse, die von einer anderen Person gehalten wird.

Buchstabe N neben dem Bild einer Mönchs-Handpuppe sitzt auf einem Stuhl mit Holzarmlehnen vor einem Tisch.

„Bekommt Ihr Nachwuchs?“, so werden junge Eltern gelegentlich gefragt. Auch wir werden öfter so gefragt. Dann geht es um die Frage, ob sich junge Frauen für unser Leben interessieren und es teilen möchten, ob sie „eintreten“, um Teil unserer Gemeinschaft zu werden.

Es sind sehr wenige bei uns, wie in allen tätigen Ordensgemeinschaften in Deutschland, ja man kann sagen in Westeuropa. Man kann soziologische Erwägungen anstellen, warum das so ist. Auch Theologen denken darüber nach. Aber die Erklärung scheint es nicht zu geben.

Wichtiger ist wohl auch, dass wir offen bleiben für die, die kommen, dass wir so leben, dass in unserem Leben etwas aufscheint von DEM, um den es in unserem Leben geht, Jesus. Wenn dann Nachwuchs kommt, freuen wir uns, und wenn nicht, dann glauben wir dennoch, dass unsere Lebensform Sinn macht.

Kleine Holzfigur eines Mönchs mit braunem Gewand und weißem Seilgürtel auf bunt gestreiftem Stoff.

Buchstabe O neben dem Bild einer Schwester, die Orgel spielt aus der Froschperspektive.

Oh! Ausruf des Staunens. Staunen zu können, ist eine der echt franziskanischen Grundhaltungen: staunen zu können über die Natur, staunen zu können über das Wirken Gottes im eigenen Leben, staunen zu können über die Andere, die so anders ist, staunen zu können über …

Portrait von Sr. Willibrord.

Manchmal witzelt man, dass selbst der Heilige Geist nicht wisse, wieviel Orden es gebe. Das werden wir hier also nicht erklären und ergründen.

Prima Infos gibt es unter orden.de.


Wichtig: Es gibt zwei grundlegende Formen von Ordensgemeinschaften, vor allem gut sichtbar bei den Frauen: sogenannte monastische, oder klausurierte, kontemplative Gemeinschaften. Die entsprechen oft dem landläufigen Bild eines „richtigen“ Klosters, mit Kreuzgang und toller Architektur. Mit einem Leben, wo die Schwestern nur sehr selten das Kloster verlassen, mit Tätigkeiten, die innerhalb der Klausur ausgeübt werden können. Und dann gibt es apostolisch tätige Gemeinschaften, bei denen eine Berufstätigkeit zur Lebensform gehört, eine, die oft außerhalb des Klosters ausgeführt wird, vor allem, seit wir kleiner geworden sind und oft keine eigenen Institutionen wie Schulen oder Krankenhäuser mehr besitzen und unterhalten. Während man bei den monastischen Gemeinschaften in ein Kloster eintritt, in dem man normalerweise bis zum Tod bleibt, tritt man in einer apostolisch tätigen Gemeinschaft in eine Gemeinschaft ein und kann in die verschiedenen Kommunitäten versetzt werden. Aber geben Sie diesen Artikel einer Ordensfrau, sie wird sagen, bei ihnen sei alles ganz anders. Vieles ist im Fluss, die Unterschiede verschieben sich. Jedenfalls gehören wir aber eher zur zweiten Variante, den apostolisch tätigen Gemeinschaften. Wir sind daher Ordensfrauen oder Ordensschwestern, während die ersteren sich als Nonnen bezeichnen. Also: Wir sind keine Nonnen, sondern Ordensfrauen.

Zwei Frauen schütteln sich in einem Raum mit zwei hölzernen Heiligenfiguren an der Wand die Hände.

Die Ordensausbildung, manchmal auch „Formation“ genannt, beginnt mit einem gegenseitigen Kennenlernen und ersten Besuchen. Wenn sich beide Seiten dafür entscheiden, folgt die Kandidatur, in der die Frau noch in ihrem bisherigen Leben bleibt, bevor sie im Postulat ins Kloster eintritt. Im anschließenden Noviziat wächst sie Schritt für Schritt in das Ordensleben hinein und legt schließlich zunächst zeitlich begrenzte und später endgültige Gelübde ab.

Mehr erfahren

Buchstabe P neben dem Bild des Antoniuskloster mit der bemalten Mauer mit Sonne, Mond und einem Mönch.

Pilger sein, unterwegs sein, sich nicht festsetzen, innerlich und äußerlich nicht. Das ist ein wesentliches Element unseres Ordenslebens, das mit Franziskus ja auf einen Wanderprediger zurückgeht. Pilgersein klingt spannend und interessant, und manchmal ist es das, auch bei uns. Aber manchmal ist es auch schwer, sich auf den Weg zu machen: weil die berufliche Aufgabe oder die Rolle in der Gemeinschaft das verlangen, weil eine „Versetzung“ ansteht, wie wir das nennen, wenn wir in dialogischem Gehorsam anderswohin gesendet werden. Denn die Zelte abbrechen, Liebgewordenes verlassen, das kostet etwas. Und so verändert sich unser Leben dauernd, das der Einzelnen und das der Gemeinschaft als Ganzer, und wir bleiben uns bewusst, dass wir – wie Franziskus sagt – „Pilger und Fremdlinge“ sein wollen, weil auch Jesus „am Weg geboren“ wurde.

Ganz konkret haben wir gerade eine Mitschwester, Sr. Maria Magdalena, die im Rahmen unserer Schnupperangebote Pilgertage anbietet, einfach mal nachschauen.

Zu den Terminen

Ein Selfie einer Schwester auf einem Pilgerweg.

Für uns bedeutet „in der Provinz“ nicht, dass wir außerhalb einer größeren Stadt auf dem Land leben, sondern dass unsere Gemeinschaft so groß ist (knapp 1.000 Schwestern), dass wir sie in kleinere Einheiten unterteilt haben, und die nennen wir „Provinzen“. Gewöhnlich bleiben wir in der Provinz, in die wir eingetreten sind. Aber davon gibt es Ausnahmen. Während des Kulturkampfes sind beispielsweise deutsche Schwestern nach Brasilien gegangen und in die USA, später auch nach Süd-West-Afrika. Einheimische Schwestern sind eingetreten. Die „Missionen“ sind gewachsen und dann zu eigenständigen Provinzen ernannt worden.

So ist die eigene Provinz, die jeweils aus mehreren Konventen und vielen Schwestern besteht, ein Bezugspunkt, aber keine fixe Größe.

Und in Zeiten wie diesen, wo manche Provinzen kleiner werden, bekommen sie manchmal einen anderen Namen, eine andere kirchenrechtliche Struktur, werden also beispielsweise nicht mehr „Provinz“, sondern „Kommunität“ genannt. Das ist aber echt nur was für Leute, die Spaß an Kirchenrecht haben und es ganz genau wissen wollen. Andersrum gibt es auch aktuell eine „Mission“, nämlich in Tansania, wo gut 50 Schwestern, mittlerweile nur einheimische, auf dem Weg sind, eine Provinz zu werden.

Blick durch ein Fenster mit zwei Blumentöpfen auf die Fassade und den Turm des Antoniusklosters.
Buchstabe Q neben dem Bild einer Schwester, die ein aufgeschlagenes Buch auf ihren Schoß in den Händen hält.

Zu den Quellen zurückzukehren, ein wenig von dem Zeitbedingten abzuschütteln, das sich im Laufe der Zeit angesammelt hat, das ist ein Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils an die Ordensgemeinschaften gewesen. Dem sind unsere Schwestern damals gern nachgekommen, mit ganz viel Elan.

Unsere erste Quelle ist das Evangelium selbst. Das ist es, was wir leben wollen; denn unsere Ordensregel sagt: „Die Lebensform der Brüder und Schwestern … ist diese: unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, Armut, und Keuschheit (Ehelosigkeit)“.

Diese Regel ist eine zweite Quelle, außerdem auch die Schriften, die wir von Franziskus haben, wie seine Entwürfe für Lebensregeln, seine Briefe, sein Testament, sein Segen, seine Gebete und anderes.

Bei Catharina Damen ist es vor allem ihr Leben und das, was in den letzten Jahren darüber erforscht werden konnte, was unser Leben wie eine Quelle speist.

Das alles haben unsere Vormütter in die aktuellen Konstitutionen eingearbeitet.

Alte handschriftliche Ordensregeln mit Siegel und Schnur.
Buchstabe R neben dem Bild der Kapelle des Antoniusklosters mit Holzbänken, mehreren Personen und einem großen Kreuz über dem Altar.

Wenn so viele Menschen zusammenleben, sich nicht nur in einem Haus, sondern in einem Land oder gar vielen Ländern weltweit zu einer Familie zählen, dann braucht es schon einige Regelungen, damit das klappt. Mehr noch: Sie brauchen dann eine gemeinsame geistige Grundlage und Zielsetzung, die ausformuliert ist.

Das haben wir in unserer Regel für den Regulierten Dritter Orden. Diese Regel verbindet uns mit den anderen Drittorden. Für die Details, die bei uns, den Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe gelten, gibt es die Konstitutionen, eine Art Lebensregel, Ausführungsbestimmungen zur eher spirituell gehaltenen Regel. (Quellen)

Regulierter Dritter Orden, das klingt nach „Flussregulierung“. Hier geht es aber um die verschiedenen franziskanischen Orden.

Franziskus hatte zuerst überhaupt nicht vor, einen Orden zu gründen. Er hat für sich selbst einen Weg gesucht, wie er das Evangelium leben könnte. Dann kamen die ersten Gefährten, und immer mehr Brüder schlossen sich ihm an. In sehr kurzer Zeit wuchs die Bruderschaft derartig, dass es aus rechtlichen und organisatorischen Gründen nötig wurde, ihr eine Regel zu geben.

Diese „Minderbrüder“ wurden dann später im Volksmund „Franziskaner“ genannt. Sie gehören zum sogenannten „Ersten Orden“ der franziskanischen Familie. Er hat sich im Laufe der Zeit einige Male geteilt, so dass es jetzt verschiedene Zweige der Franziskaner gibt, die landläufig bei uns meist Franziskaner (franziskaner.de), Minoriten und Kapuziner (kapuziner.org) genannt werden.

Mit Klara, die sich auf ihre Art Franziskus anschloss, entstanden die „Klarissen“, der sogenannte „Zweite Orden“.

Und dann gab es schon zu Zeiten des Franziskus andere, die nicht in einen Orden eintraten, sondern in ihrem Lebensumfeld von Arbeit und Familie blieben, aber doch an Franziskus’ Lebensweise teilnehmen wollten. Sie zählte man als „Dritten Orden“.

Aus diesem „Dritten Orden“ haben sich später mehrere Zweige entwickelt: der sogenannte „Weltliche Dritte Orden“, den man heute OFS (ofs.de) nennt, und der „Regulierte Dritte Orden“, dessen Mitglieder in klösterlichen Gemeinschaften leben, mit einer „Regel“, daher „reguliert“. Die meisten dieser (vielen!) Gemeinschaften sind im 19. Jahrhundert gegründet, unabhängig voneinander an verschiedenen Orten, meist als Antwort auf brennende Zeitprobleme, fast alle für Frauen. Gemeinsam haben sie die franziskanische Ausrichtung und Regel. Sie unterscheiden sich durch ihre je eigene Geschichte und Tradition, ihre je eigenen Satzungen (Konstitutionen) und zum Teil unterschiedlichen Aufgabenfelder.

Stilisierter Stammbaum in Form eines Baums mit Verzweigungen zu verschiedenen franziskanischen Orden und Gemeinschaften, darunter Erster Orden 1209, Zweiter Orden 1212, Dritter Orden 1221, sowie Franziskus 1181-1226 und Klara 1193-1253.
Buchstabe S neben dem Bild von zwei Frauen, die sich in einem Raum mit zwei hölzernen Heiligenfiguren an der Wand die Hände schütteln.

Nachdem wir lange Angebote für Besinnung und Austausch gemacht haben, bei denen man im Kloster übernachten konnte, haben wir uns aus verschiedenen Gründen entschieden, eher kleine Angebote zu machen. Diese nennen wir Schnupperangebote, weil man einfach mal unkompliziert im Antoniuskloster, bei unseren Schwestern und in verschiedene theoretische und praktische Themen hineinschnuppern kann.

Mehr erfahren

Schweigen, gemeinsam und allein, ist eine wichtige Dimension unseres Lebens. Kein feiges Schweigen zum Unrecht in der Welt, kein verurteilendes „Mit-Dir-Red-Ich-Nicht-Mehr“, sondern ein Schweigen, das zum Hören, Horchen und damit zum Gehorsam helfen soll, und zu Besinnung und Gebet.

In einer Welt, die so laut ist wie die heutige, können wir das Schweigen wieder neu entdecken. Es braucht diese Zeiten der Ruhe, wir brauchen sie. Immer wieder bitten Menschen, eine Zeit mit uns leben zu können, um an diesem Schweigen teilzuhaben. Wo es geht, er möglichen wir das gerne.

Als Schwestern haben wir jeden Monat einen Schweigetag, Wüstentag, Stillen Tag, den jede auf ihre Weise gestalten kann.

Franziskus ist uns dabei ein Vorbild, denn er hat sich oft in Einsiedeleien zurückgezogen. Sogar eine eigene Lebensregel hat er dafür geschrieben. Er hat das Einsiedlerleben so geschätzt, dass er zwischenzeitlich dachte, er solle es zu seiner dauernden Lebensform machen. Aber einer seiner Freunde und Klara haben ihm abgeraten. So lebten Franziskus und seine Brüder immer nur eine Zeit lang in Einsiedeleien. Die Spannung von Zurückgezogenheit und „In-der-Welt-Leben“ prägte seine Lebensform. Sie zu leben und nicht aufzugeben, ist auch für uns eine ständige Herausforderung.

Schwester mit geschlossenen Augen in einem Raum mit religiöser Statue und brennenden Kerzen im Hintergrund.
Buchstabe T neben dem Bild eines dekorativen Blumenbeets in der Form des Tau-Symbols der Franziskanerinnen.

Nein, hier geht es nicht um einen Strick oder um die Feuchtigkeit, die am Morgen die Wiesen benetzt. Bei unserem Tau geht es um das T-förmige Zeichen, das der franziskanischen Familie sehr wichtig ist.

Tau ist der letzte Buchstabe des hebräischen Alphabets und bedeutet auf Hebräisch auch „Zeichen“, also ein Teekesselchen, ein Wort mit zwei Bedeutungen. Im Buch Ezechiel, im Alten Testament, wird denen, die das T auf der Stirn tragen, der göttliche Schutz zugesagt.

Zu Zeiten des Franziskus ist aus dem Tau in Verbindung mit dieser Bibelstelle ein beliebtes Segenszeichen geworden. Man nahm allerdings das griechische Tau, das unserem „T“ ähnelt und das Franziskus selbst mit Vorliebe überall hinmalte, wo er sich länger aufhielt und betete.

Dieses franziskanische Zeichen haben wir für uns wiederentdeckt und es in einer besonderen Ausführung zu unserem Erkennungszeichen gewählt. Das Tau der Lüdinghauser Provinz hat die klassische Form und einen stark stilisierten Christus-Korpus (oder wenn man will auch den Kreis, der die Welt bedeutet). Auf seiner Rückseite steht der Wahlspruch von Catharina Damen „Gott wird sorgen“. Gott wird sorgen, wo wir ihm nicht zu viel mit unserem Sorgen im Wege stehen.

Anhänger in Form des Tau-Kreuzes aus Metall an einer Kette auf grauem Stoff.
Buchstabe U neben dem Bild einer weißen steinernen Frauenstatue mit gesenktem Blick und gefalteten Händen vor grünem Hintergrund.

Die Umwelt verstehen wir mit Franziskus als Mitwelt. Alle gemeinsam sind wir Geschöpfe, mit Bruder Sonne und Schwester Mond, mit Mutter Erde und sogar mit Schwester Tod. „Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung“ sind daher wichtige Themen, für die wir uns einsetzen.

Untereinander sind wir verbunden, miteinander und weit darüber hinaus, mit allen und allem. Eine Verbundenheit ist die in der franziskanischen Familie. Die Organisationsformen davon ändern sich dauernd, so auch gerade mal wieder. Dazu wird es irgendwann einen Bericht geben. Aber wichtig ist, dass wir Schwestern und Brüder und alle, die mit uns auf dem Weg sind, auch im weltlichen dritten Orden und bei den Gefährt*innen, sich als eine franziskanische Familie verstehen. Gegenseitig bereichern wir uns.

Buchstabe V neben dem Bild einer spiralförmigen Treppe mit weißem Geländer und Stufen, fotografiert von unten nach oben.

Untereinander sind wir verbunden, miteinander und weit darüber hinaus, mit allen und allem. Eine Verbundenheit ist die in der franziskanischen Familie. Die Organisationsformen davon ändern sich dauernd, so auch gerade mal wieder. Dazu wird es irgendwann einen Bericht geben. Aber wichtig ist, dass wir Schwestern und Brüder und alle, die mit uns auf dem Weg sind, auch im weltlichen dritten Orden und bei den Gefährt*innen, sich als eine franziskanische Familie verstehen. Gegenseitig bereichern wir uns.

Jesus sagt im Evangelium, dass wir vollkommen sein sollen, wie Gott vollkommen ist. Das sagt er allen. Und er weiß wohl, dass das nicht klappen wird. Früher hat die Theologie daher mit einem Trick gearbeitet: Das Leben der Vollkommenheit wurde an die Ordensleute delegiert. Dadurch entstand ein Denken, das das Ordensleben über das der anderen Christenmenschen hob, es als besser darstellte. Seit das Zweite Vatikanische Konzil davon gesprochen hat, dass alle zur Heiligkeit berufen sind, ist das glücklicherweise vorbei. Wir sind froh damit, auch wenn diese Idee vom höherwertigen Ordensleben noch in manchen Köpfen herumspukt.

Steinerne Treppe in einem engen, gemauerten Gang mit hellem Tageslicht am oberen Ende.
Buchstabe W neben dem Bild einer Nahaufnahme einerSchwester in Habit mit einer Kette und einem Kreuzanhänger, die ein aufgeschlagenes Gesangsbuch hält.

Ordensleben ist ein Wagnis, war es immer. Vielleicht wird es uns heute mehr bewusst, weil die Entscheidung für diese Lebensform seltener geworden ist. Vielleicht aber verstehen wir damit auch besser, was es heißt: Ich setze alles auf eine Karte, darauf, dass Gott mich ruft, dieses Leben zu leben, dass ER treu ist, auch wenn ich untreu werde, dass ER einen Sinn sieht, auch wenn ich den Eindruck habe, „die letzte Mohikanerin“ zu sein.
 
Ordensleben ist ein Sprung ins Ungewisse – aber einer, der sich auch heute noch lohnt. Warum? Weil Gott Gott ist, weil er ein Menschenherz auszufüllen vermag und uns glücklich machen kann, allen Göttern unserer Gesellschaft zum Trotz!

Schwester fährt mit rotem Elektromobil auf gepflastertem Weg vor unscharfem Hintergrund mit Bäumen und Statue.
Buchstabe X neben dem Bild einer Mosaikfliese mit einem stilisierten Drachen in einem runden Rahmen.

X-beliebige Dinge können Sie uns gern fragen, wenn Sie auf diesen Seiten noch nicht gefunden haben, was Sie wissen wollen. Wir freuen uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, mit Ihnen zu diskutieren, wenn Sie sich über irgendetwas auf diesen Seiten geärgert haben, wenn Sie einfach anderer Meinung sind, natürlich auch wenn Sie etwas besonders angesprochen hat, wenn Sie …

Tisch mit rotem Tuch, darauf ein Glas-Teelichthalter mit weißem Teelicht und eine Karte mit der Aufschrift „Herzlich willkommen.“
Buchstabe Y neben dem Bild von mehreren Schwestern, die an einem Tisch in einem hellen Raum sitzen und gemeinsam essen.

Yoghurt gibt es bei uns glücklicherweise auch manchmal, sonst wäre da nämlich ein Buchstabe im Alphabet übrig für unser ABC …

Aber im Ernst: Wir bemühen uns nicht nur um eine gesunde Ernährung (manchmal ist das gar nicht so einfach), sondern auch um eine, die sich der politischen Verstrickungen bewusst ist, die bestehen, wenn wir beispielsweise Früchte aus anderen Ländern importieren.

Außerdem bemühen wir uns, wo möglich, nicht die kleinen Joghurtbecher zu nehmen, die den Müllberg vergrößern, sondern auf größere, oft gläserne Behälter zurückzugreifen, die wieder verwertbar sind. Ökologie ist wichtig, auch wenn Franziskus sicher mehr ist als der Patron der Umweltschützer.

Hand hält Becher mit Bio-Joghurt der mit 1,5 % Fettanteil.
Buchstabe Z neben einer Nahaufnahme eines weißen liturgischen Gewands mit einem bestickten Brustbild zweier Heiliger, das an einem Holzbügel hängt.