Franziskus und Klara

Zwei braune Holzfiguren von Franziskus und Klara in traditioneller Klosterkleidung mit Kapuzen und Rosenkranz, stehend auf rechteckigen Sockeln.
Zwei Heiligenporträts nebeneinander mit goldenen Heiligenscheinen, links Franziskus, rechts Klara.

Am Beginn der Franziskanischen Bewegung stehen zwei Menschen, die sich von Gott haben ergreifen und begeistern lassen. Und der Funke zündete auch bei anderen. Bis heute ist seine Kraft zu spüren.

Geburt des Giovanni Bernadone in Assisi. Sein Vater, ein reicher Kaufmann, nennt ihn „Francesco“, „Franziskus“.

Geburt Klaras in Assisi. Italienisch heißt sie „Chiara“. Sie gehört zur Adelsfamilie der Favarone.

Städtekrieg zwischen Assisi und Perugia, Aufstände! Franz, Ritter aus dem aufstrebenden Bürgertum, kämpft gegen den Adel, wird gefangen genommen, erkrankt, kommt ins Nachdenken und gewinnt nach langen Jahren Klarheit über seinen Weg und das, was Gott vom ihm erwartet.

Klara und ihre Familie fliehen aus Assisi, verbringen einige Jahre in Perugia im Exil, zusammen mit anderen Adelsfamilien. Einige ihrer dortigen Gefährtinnen gehören später zu ihren ersten Mitschwestern.

Franziskus bricht in einer symbolischen Handlung drastisch den Kontakt zu seinem Vater ab und beginnt ein geistliches Leben in Armut.

Allein hat er angefangen, aber sein Leben bleibt nicht ohne Wirkung auf andere. Erste Gefährten sammeln sich um ihn. Sie wollen nach der Weise des Evangeliums leben und die gute Nachricht den Menschen verkünden – mehr durch ihr Leben als durch ihre Worte.

Der Papst bestätigt den Männern aus Assisi mündlich ihre Lebensregel. Weil sie „kleine Leute“ sein wollen, nennen sie sich „mindere Brüder“.

Klara von Assisi schließt sich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Franziskus und seinen Brüdern an. In San Damiano vor den Toren Assisis gründet sie eine eigene Gemeinschaft.

Klara muss vorübergehend eine fremde Ordensregel annehmen, erbittet und erhält aber vom Papst das „Privileg der Armut“, das Recht, auch als Gemeinschaft nichts besitzen zu müssen. Immer wieder folgen Versuche, ihr eine andere Regel aufzuzwingen. Sie jedoch besteht unbeugsam darauf, dass das „Privileg der Armut“ nicht zurückgenommen wird.

An Pfingsten treffen sich die Brüder in Assisi und werden ausgesandt in die Länder jenseits der Alpen und in den Nahen Osten.

Der schwerkranke Franziskus dichtet in San Damiano seinen Sonnengesang.

Klara erkrankt und bleibt bis an ihr Lebensende bettlägerig.

Am 3. Oktober stirbt Franziskus.

Klara beginnt endgültig mit der Ausarbeitung einer eigenen Regel.

Am 9. August bestätigt Papst Innozenz IV. die Klararegel, die erste Ordensregel einer Frau, die von der Kirche anerkannt wurde.

Am 11. August stirbt Klara.

Bildcollage: Links Gemälde von Klara. Rechts Deckenmalerei von Franziskus. Im Vordergrund Tau-Kreuz.