Zu Fuß auf den Spuren des Heiligen Franziskus
20. Juli – 5. August 2026


Unterwegs auf dem Franziskusweg von Florenz nach Assisi
Vom 20. Juli bis zum 5. August 2026 durften Schwester Judith und ich eine ganz besondere Zeit erleben: Zu Fuß pilgerten wir auf dem Camino San Francesco durch Italien von Florenz nach Assisi. Unser Ziel: das Grab des hl. Franziskus, dessen 800. Todestag wir in diesem Jahr begehen.
Was uns jeden Tag aufs Neue bewegte, war die wundervolle Landschaft. Der Weg führte uns durch die Toskana und das grüne Herz Umbriens. Wir pilgerten durch dichte, schattige Wälder, über sanfte, goldene Hügelketten vorbei an uralten Olivenhainen aber auch über schmale Bergpfade in luftigen 1100 Metern Höhe. Immer wieder öffnete sich der Blick auf weite, sonnendurchflutete Täler, die in der glitzernden Sommerhitze eine überirdische Schönheit ausstrahlten.
Diese grandiose Natur wurde für uns zu einem lebendigen Gebetbuch. Ganz im Sinne des heiligen Franziskus, der Gott in jedem Element der Natur lobte, spürten wir in dieser Landschaft eine tiefe Ehrfurcht vor unserem Schöpfer.
Ein besonderes Geschenk war auch das Verweilen an Orten, an denen der hl. Franziskus selbst gewesen ist. So zum Beispiel die Einsiedelei Cerbaiolo, deren Gebäude mit dem Berg zu verschmelzen scheinen. Sie beeindruckte uns durch die Harmonie und den Frieden, den sie im Morgenlicht ausstrahlte. Weitere Orte waren La Verna, wo Franziskus die Wundmale empfing, die Einsiedelei Montecasale und die Stadt Gubbio, wo Franziskus der Legende nach die Menschen mit einem Wolf versöhnte. Ein emotionaler Höhepunkt war natürlich auch die Ankunft in Assisi. Dort besuchten wir das Grab des hl. Franziskus und brachten die Anliegen unserer Gemeinschaft, der Kirche und der Welt vor Gott.
Neben den vielen stillen Stunden, in denen wir tagsüber allein unterwegs waren, lebte unser Weg auch von beeindruckenden Begegnungen mit Pilger*innen aus anderen Ländern und mit den Einheimischen. Der ehrenamtliche Einsatz der Menschen vor Ort in den Pilgerherbergen hat uns besonders fasziniert. So wurden im Eremo di San Pietro in Vigneto nach alter Sitte allen Pilger*innen – also auch uns – die Füße gewaschen und geküsst.
Reich beschenkt mit unvergesslichen Bildern dieser wundervollen Landschaft, gestärkt im Glauben und dankbar für den Schutz auf unserem Weg sind wir nun in unseren Alltag zurückgekehrt. Das Pilgern auf dem Franziskusweg wird in unseren Herzen weiterklingen und sich verbinden mit dem Wort unserer Gründerin Mutter Magdalena: „Gott wird sorgen!“ Denn genau das durften wir viele Male auf unserem Pilgerweg erfahren!
Sr. Maria Magdalena Kempen













